Wir sind für Sie da.
Da wir grundsätzlich sehr gerne Schiffsreisen machen und uns durch kleine Misshelligkeiten nicht die Laune verderben lassen wollen, hat uns die Überfahrt (trotz mancher Beschwerden) gefallen. Eine Jungfernfahrt würden wir, obwohl ohne Probleme bereits auf einem MSC-Schiff, künftig aber wohl eher meiden.
Im Prinzip hat uns das Schiff und die Ausstattung gefallen, aber, um die eindeutige Aussage nicht zu oft wiederholen zu müssen: Eine Jungfernfahrt würden wir eher nicht mehr machen! In der ersten Woche standen Passagiere durchschnittlich zwei Stunden an der Rezeption, bevor sie die massenhaften Beschwerden über nicht funktionierende Dinge vortragen konnten. Bei uns ist zweimal die Toilette ausgefallen, was wir beim ersten Mal gegen 8.00 Uhr meldeten, die Monteure allerdings erst gegen 16.00 Uhr (nachdem wir noch zwei weitere Male nachgefragt hatten) endlich bei uns auftauchten. Auf einem anderen Deck waren die Toiletten sogar auf einem gesammten Gang ausgefallen. In den ersten Tagen waren die Aufzüge zum Teil nicht nutzbar, was zu ziemlichen Wartezeiten führte, wenn sich die Passagiere nicht entschieden, gleich die Treppen zu benutzen. Fast während der gesamten Überfahrt waren Handwerker noch beschäftigt, Teppichboden- und Fugearbeiten durchzuführen. Das Schiff war für uns das erste, dass einen Umlauf um das Schiff auf keinem einzigen Deck ermöglichte, der Bug war lediglich den Bewohnern der Suiten in den obersten Decks und den Nutzern des kostenpflichtigen Spa vorbehalten. Diese zum ersten Mal so erlebte "Zwei-Klassen-Behandlung" ist wohl einem Großteil der Passagiere negativ augestoßen. Ebenfalls zum ersten Mal haben wir es erlebt, dass die Passagiere der Suiten bei Landausflügen von livrierten Mitarbeitenden an der Mole abgeholt und mit einem erhobenen Schild an der langen Schlange der Wartenden vorbei - auch den Rollstuhlfahrern - aufs Schiff gebracht wurden. Deutlich erkennbar war auch, dass auf dem Schiff, insbesondere der Gastonomie, der weit überwiegende Teil der Bedienung wohl zum ersten Mal auf einem Schiff Dienst getan hat - was nicht diesen Menschen, allerdings der anscheinend sehr kurzen oder oberflächlichen Einweisung vorzuwerfen ist.
Größe und Ausstattung der Kabine waren in Ordnung, wenn auch nicht überragend. Der Kabinensteward hat seine Arbeit zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt.
In den Bars waren zum Teil absolute Neulinge tätig; so erhielten wir in einer Bar auf unsere Bitte nach einem Aperol Spritz die Antwort, so etwas führten sie nicht. Erst der Oberkellner konnte seinem Mitarbeiter verständlich machen, dass es das Getränk doch gab! Erstaunt hat uns, dass eines der "Bezahlrestaurants" im offenen Durchgangsbereich in Höhe des Atriums lag, in dem dementsprechend auch praktisch nie jemand gegessen hat. In dem einen Hauptspeisesaal, in der wir zu Abend gegessen haben, funktionierte die Klimaanlage nicht oder wohl nur sehr schlecht, denn in unserem Bereich war die Luft zum Ende des Abendessens mindestens 4° C höher als im übrigen Bereich des Speisesaals. Die Portionen waren bis auf wenige Ausnahmen sehr "überschaubar", was Passagiere an einem Nebentisch veranlasste, regelmäßig z.B. die Vorspeise in einer Dreifach- manchmal auch Vierfachportion zu bestellen. Die Suppen als Vorspeise waren fast immer lauwarm, das Essen insgesamt deutlich unter dem Schnitt der Schiffe, mit denen wir bereits gefahren sind. Unser Kellner hatte ebenfalls nur eine sehr oberflächliche Einweisung erhalten, denn er stellte auch alle leeren Weinflaschen in den Sektkühler, was dazu führte, dass am Schluss die vollen oder teilweise geleerten Flaschen oberhalb des Eises standen, während die leeren Flaschen gekühlt wurden. Als wir die leeren Flaschen daraufhin auf den Boden stellten, sah er uns nur verständnislos zu. Einso großes Schiff verlangt, insbesondere wenn es ausverkauft sein sollte (was nicht der Fall war: es gab noch ca. 1.500 freie Betten, wie uns ein Offizier erzählte), eine gewisse Disziplin auch von den Passagieren. Insoweit war es nachvollziehbar, dass die Türen der Speisesäle 15 min nach offiziellem Beginn des Abendessens geschlossen und die Gäste auch gerne zum zügigen Verlassen des Raumes aufgefordet wurden.
Zum ersten Mal haben wir erlebt, dass man sich elektronisch für das Theater anmelden musste - obwohl nach unserer Feststellung das Theater an keinem einzigen Abend in den von uns besuchten Vorstellungen voll besetzt war. Noch auf keinem Schiff haben wir derart gehäuft Liederabende (Musicals- und Opernarien) gehabt wie auf diesem Schiff. Hier hätten zwei derartige Abende völlig ausgereicht. Im übrigen war das Showprogramm gut, wenn auch nicht überragend. Geradezu schrecklich war die Klimaanlage im Theater. So hätte man eigentlich jede Veranstaltung mit Schal und Mütze verfolgen müssen. Jedenfalls war dies eine nicht nur von uns, sondern einem Großteil der Gäste getroffene Feststellung.
Die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit des Personals war ohne Tadel. Allerdings hätten wir im Nachhinein gehofft, dass uns die Dame am Ausflugsschalter auf unsere konkrete Rückfrage veraten hätte, wohin der schon im Preis inbegriffene Ausflug in Messina gehen würde. Sie meinte nur, es würde wohl eine Stadtrundfahrt sein. Dementsprechend "leicht bekleidet" landeten wir zu unserer Überraschung, durchaus teilweise auch Freude, auf 2.000 m Höhe auf dem Aetna und froren ziemlich. Für die langen Wartezeiten am Serviceschalter, insbesondere der ersten Woche, trifft die Mitarbeitenden dort selbstverständlich keine Schuld. Sie hatten nur "auszubaden", was andere nicht vor der Abreise fertig bekommen hatten.
60
keine Empfehlung
Locker & leger
ok
Unter 50 €/Tag
Unseren Lieblingsplatz hatten wir auf Deck 8 gefunden, dem Deck, auf dem außer den Pooldecks noch weitere Liegen zur Verfügung standen. Zumindest bei einem nicht ausgebuchten Schiff waren dorrt immer viele freie Liegen zu finden, was auf dem Pooldeck regelmäßig nicht der Fall ist.